Die Wirkungsweise der Antriebe bei Gewichtstoren
Gewichtstore können nicht von hinten nach vorne zugeschoben werden. Sie werden zum Schließen, an der Vorderkante nach unten gezogen. Da normale Garagentorantriebe für Schwingtore ausgelegt sind muß nun die Vorwärtsbewegung des Antriebes in eine Dreh- und Schubbewegung umgewandelt werden. Dazu sind sogenannte Kurvenarme oder Hubarme (Bild links) notwendig die diese Umlenkung ermöglichen. Da diese Umlenkung einen großen Kraftaufwand benötigt sind bei den meisten Toren stärkere Antriebe nötig. Durch diese Konstruktion ist es auch nicht möglich bei zu wenig Zwischenraum Tor/Decke den Antrieb zurückzusetzen und eine Verlängerungsstange zu montieren. Eine zusätzliche Verriegelung kann auch nicht so einfach realisiert werden, für den Einbruchschutz reicht normalerweise ein Entfernen des am Tor außen angebrachten Hebegriffes.

Eine Gewichtstorkonstruktion der früheren Art, auch diese wurde mit einem Hubarm und einem Antrieb ausgestattet. Es läuft problemlos seit 15 Jahren. Bild links: Tor geschlossen. Bild rechts: Tor offen.

Mechanik prüfen
An Gewichtstoren sind die Drahtseile auf Beschädigungen sowie die Umlenkrollen der Drahtseile auf leichten Lauf zu kontrollieren. Bei den Umlenkrollen die Lager mit einer Ölkanne schmieren. Dann sind die Laufrollen in den Führungsschienen zu überprüfen, oft sind diese durch das schwere Gewicht der Tore ausgelaufen. Es gibt auch Torkonstruktionen ohne Führungsschienen nach hinten, die Führung des Tores erfolgt dann durch eine Hebelverbindung zwischen Tor und Torrahmen.

Torbalance einstellen
Die Gewichte dienen als Gegengewicht zum Torgewicht. Bei den meisten Toren sind die Gewichte einige Kg schwerer als das Torgewicht, dadurch zieht das Tor selber nach oben. Die Gewichte sind normal mit Stanzabfällen gefüllt. Zum reduzieren der Gewichte kann ein Teil dieser Stanzabfälle entfernt werden, dies muß bei Toren mit Gewichten auf beiden Seiten zu gleichen Teilen erfolgen. Es wird so viel Gewicht entfernt daß das Tor in der oberen Endlage gerade noch stehen bleibt. Zu viel Gewicht darf aber nicht entfernt werden da der Antrieb dann beim Hochfahren des Tores zu viel Kraft benötigt. Bei engen Gewichtskasten werden die Stanzabfälle am besten mit einem Magnet entfernt. Bei Gewichten die mit Beton ausgegossen sind ist die Reduzierung nicht so problemlos zu handhaben, eine Möglichkeit ist an der Torunterkante zusätzlich Gewicht anzuschrauben bis ein Ausgleich erreicht ist.
Laufweg und Durchfahrtshöhe messen
Es gibt Gewichtstore die im geöffneten Zustand ca. 0,60 - 0,80 mtr. nach vorne herausragen. Diese Tore benötigen deshalb weniger Laufweg, und haben eine kurze Laufschiene nach hinten, bei solchen Toren kann der Antrieb entsprechend gekürzt werden. Bei nicht herausragenden Gewichtstoren benötigt man die ganze Länge des Antriebes. Durch die Montage des Hubarmes verringert sich die Durchfahrthöhe um ca. 17cm (Bild links). Hinter dem geöffneten Tor wird noch ca. 0,80cm Platz benötigt. Für Einbauten mit weniger Platz hinter dem Tor gibt es spezielle Antriebe, diese können auch bei zu geringer Durchfahrthöhe zum Einsatz kommen.
Notentriegelung
Bei Garagen ohne Seitentür oder Schlupftüre ist zwingend eine Notentriegelung zu montieren, im Falle eines Stromausfalles haben Sie sonst keine Möglichkeit die Garage zu öffnen. Möglich sind auch Blitzeinschläge ins Stromnetz, diese können die Elektronik beschädigen und ohne Notenriegelung sind Sie dann ausgesperrt.
Bei Gewichtstoren muß durch die Montage des Hubarmes oft das Torschloß entfernt werden und steht dann für eine Außenentriegelung nicht mehr zur Verfügung (siehe weiter unten). Wird das vorhandene Schloß verwendet muß ein Bowdenzug (Bild oben) eingebaut werden da sich der Abstand beim Schließen des Tores vom Laufwagen zum Tor stark ändert. Dieser Bowdenzug ist in einer genügend großen Schleife zu verlegen damit die Beweglichkeit erhalten bleibt.
Ist kein Schloß vorhanden oder kein funktionierendes, kann ein Steckschloß montiert werden. Dieses ist auch mit dem Führungsschlitten durch ein Seil (Bild unten) verbunden. Das Seil muß so lang sein daß es durch die Verlängerung des Hubarmes beim offenen Tor nicht spannt. Zum Entriegeln des Antriebes wird das Steckschloß entsperrt und mit dem Seil herausgezogen.

Zug-Druckkraft feststellen
Bei Gewichtstoren sind Antriebe unter 70 kg Zugkraft nicht zu verwenden. Für leichte Tore von Einzelgaragen und guter Gewichtsbalance ist der Einbau von Antrieben mit 70-80 kg Zugkraft möglich. Bei allen anderen Toren mit mehr als 2,50 mtr. Torbreite ist ein Antrieb mit 100 kg Zugkraft nötig. Auch bei 100 kg Zugkraft ist eine einwandfreie Einstellung der Torbalance, schon im Interesse einer möglichst langen Lebensdauer notwendig. Für sehr große Tore sind spezielle Antriebe mit 2 Motoren lieferbar.
Ist Schlupftür vorhanden
Sollte im Tor eine Schlupftür vorhanden sein, ist es notwendig eine Sicherung einzubauen die ein Einschalten des Antriebes und damit ein Öffnen des Tores verhindert wenn die Schlupftür geöffnet ist Dazu wird ein Schalter (Bild links) mit Öffnerkontakten am Tor so montiert das diese beim Öffnen der Schlupftür den Stromkreis unterbrechen und damit ein Einschalten des Antriebes verhindern. In den meisten Schaltern sind 2 Kontaktpaare (Schließer und Öffner), das Kabel wird an den Öffnerkontakten angeschlossen, das sind bei gedrücktem Schalter die geschlossenen Kontakte. Um diesen Stromkreis herzustellen ist eine Verbindung zum Antrieb nötig der flexibel gestaltet wird, Die beste Lösung ist die Verwendung eines Spiralkabels (Bild oben) das vom Schalter zur Decke oder zur Seitenwand in eine Abzweigdose geführt wird (Bild unten rechts), und von da zum Antrieb mit einem 2 adrigen Kabel angeschlossen wird. Am Antrieb befinden sich 2 Anschlussklemmen die im Auslieferzustand mit einer Drahtbrücke überbrückt sind, diese Drahtbrücke entfernen und nun die Adern des Verbindungskabels anschließen. Bei geschlossener Schlupftür sind die Kontakte verbunden, der Antrieb kann betätigt werden. Wird die Schlupftür geöffnet ist die Verbindung durch den Schalter unterbrochen und der Antrieb kann nicht mehr betätigt werden.
Ist Anschlagschiene und Bodenfreiheit in Ordnung
Das Tor muß unten Bodenfreiheit haben, es darf nicht am Beton streifen, sonst sind Probleme beim Öffnen vorprogrammiert. Bei Frost heben sich die Betonplatten gerne einige Millimeter an, wenn dann zu wenig Bodenfreiheit ist schaltet der Antrieb ab da zu viel Kraft benötigt wird. Die Anschlagschiene und der Beton an der Anschlagschiene sollten auch fest sein. Bei losen Betonteilen kann es vorkommen, wenn Sie aus der Garage fahren wird ein solches Stück Beton vom Reifen mit genommen und liegt dann vor der Anschlagschiene, da normalerweise beim Wegfahren nicht gewartet wird bis das Tor ganz geschlossen ist, öffnet sich dieses wieder wenn das Tor auf einen Widerstand trifft bevor die Endlage erreicht wird, und steht dann Offen bis Sie zurückkommen.